30.10.2026
Eine Website, die verkauft: 8 Dinge, die mehr zählen als Design
Eine schöne Website und eine Website, die verkauft
Eine Website hat zwei Aufgaben. Sie ist ein Schaufenster, das Aufmerksamkeit wecken soll, und ein Verkäufer, der den Besucher bis zur Anfrage führen soll. Viele Firmen investieren vor allem ins Schaufenster: neue Fotos, Animationen, eine moderne Schrift. Die Website sieht danach gut aus, aber Anfragen kommen genauso selten wie vorher.
Unternehmer merken das meist so: Die Website ist „ganz normal“, in der Analyse gibt es durchaus Besucher, aber das Telefon klingelt nicht und das Formular bleibt leer. Die Ursache liegt meist darin, was zwischen dem Besuch und dem Absenden einer Anfrage passiert. Hier sind acht Dinge, die darüber entscheiden. Zu jedem gibt es ein Beispiel, wie es vor und nach der Änderung aussieht.
1. Die ersten 5 Sekunden
Wer über Google oder eine Anzeige kommt, entscheidet in wenigen Sekunden, ob er hier richtig ist. Er muss sofort drei Dinge sehen: was Sie machen, für wen und zu welchem Preis (oder wenigstens ab welchem Preis). Muss er danach suchen, geht er zurück zu den Suchergebnissen und klickt auf die Konkurrenz.
Der häufigste Fehler ist ein allgemeiner Slogan, den jede Firma haben könnte.
Vorher: „Qualität, Tradition und individueller Ansatz.“
Nachher: „Badsanierung in Brünn schlüsselfertig in 3 Wochen. Ab 180.000 CZK inklusive Material.“
Die zweite Version beantwortet alle drei Fragen auf einmal, und der Besucher weiß, ob sich das Weiterlesen lohnt. Wenn Sie keinen Preis nennen möchten, geben Sie wenigstens eine Spanne oder einen Ab-Preis an (siehe Abschnitt Vertrauen).
2. Geschwindigkeit
Eine langsame Website verliert Besucher, bevor sie etwas sehen. Google hat 2016 in einer Studie festgestellt, dass 53 % der Besuche auf mobilen Websites abgebrochen werden, wenn das Laden länger als 3 Sekunden dauert.
Die Geschwindigkeit zeigt sich auch im Umsatz. Deloitte Digital hat im Auftrag von Google über 30 Millionen Sitzungen auf 37 Websites europäischer und amerikanischer Marken ausgewertet. Wurde eine mobile Website um 0,1 Sekunden schneller, stieg die Conversion-Rate bei Onlineshops um 8,4 % und bei Reise-Websites um 10,1 %. Bei Websites, die Anfragen sammeln, erreichten 21,6 % mehr Menschen die Seite mit dem Formular.
Langsam sind Websites meist aus denselben Gründen: Bilder in Kameragröße, ein Hintergrundvideo auf der Startseite, Dutzende Plugins und Tracking-Skripte, billiges Hosting.
Vorher: Die Startseite ist 12 MB groß und lädt auf dem Handy 7 Sekunden.
Nachher: Bilder sind verkleinert und im WebP-Format, das Video ist durch ein Foto ersetzt, überflüssige Skripte sind entfernt. Die Seite hat 1,5 MB und lädt in unter 2 Sekunden.
Die Geschwindigkeit messen Sie kostenlos mit PageSpeed Insights von Google. Schauen Sie auf das Ergebnis für Mobilgeräte, nicht für Desktop.
3. Ein Hauptbutton
Jede Seite sollte ein Hauptziel haben. Auf einer Leistungsseite ist das meist die Anfrage, auf einer Produktseite der Warenkorb. Sieht der Besucher fünf gleichwertige Buttons („Mehr erfahren“, „Referenzen“, „Katalog herunterladen“, „Schreiben Sie uns“, „Folgen Sie uns“), wählt er oft gar keinen.
Vorher: Oben auf der Seite stehen drei farbige Buttons in gleicher Größe, im Footer vier weitere Links.
Nachher: Oben steht ein auffälliger Button „Unverbindlich anfragen“, daneben ein unauffälliger Textlink zu den Referenzen. Derselbe Button wiederholt sich unter der Preisliste und am Ende der Seite.
Andere Links dürfen auf der Website bleiben. Sie sollten nur nicht mit der Hauptaktion um Aufmerksamkeit konkurrieren.
4. Eine Seite für jede Leistung
Bietet eine Firma mehrere Leistungen an und stehen alle mit je drei Sätzen auf einer Seite „Leistungen“, findet ein Besucher aus Anzeige oder Suche keine Antwort auf seine konkrete Frage. Wer „Fenstertausch Olmütz“ sucht, will auf einer Seite über Fenstertausch landen, nicht auf der Startseite einer Baufirma.
Eine eigene Seite (Landingpage) für jede Hauptleistung hat eine eigene Überschrift, Preis oder Spanne, Ablauf, Referenzen zu dieser Leistung und einen Button. Das hilft auch bei Anzeigen und in der Suche, weil der Inhalt der Seite zu dem passt, was gesucht wurde.
Vorher: Eine Anzeige für „Klimaanlage für die Wohnung“ führt auf die Startseite, wo Klimaanlagen eine von acht Kacheln sind.
Nachher: Die Anzeige führt auf die Seite „Klimaanlage für die Wohnung“ mit Montagepreis, Fotos realisierter Projekte und einem Anfrageformular.
5. Vertrauen
Menschen schicken keine Anfrage an eine Firma, über die sie nichts wissen. Auf der Website müssen sie Belege finden, dass es Sie gibt und dass Ihre Arbeit taugt.
Was Vertrauen schafft:
- Bewertungen mit Namen, idealerweise mit Link zur Google-Bewertung;
- Preise oder wenigstens Ab-Preise, damit man weiß, ob man sich Sie leisten kann;
- echte Fotos von Mitarbeitern und fertigen Projekten statt Stockfotos;
- konkrete Referenzen: für wen, was und wann;
- Kontakt mit Telefon, Adresse und Firmennummer.
Vorher: Eine Seite „Über uns“ mit einem lächelnden Team aus der Bilddatenbank und dem Satz „Wir sind ein dynamisches Team von Profis“.
Nachher: Ein Foto des Inhabers und zweier Techniker am Firmenwagen, darunter „Wir montieren seit 2014, 600 Projekte in Südmähren“ und drei Kundenbewertungen mit Link zu Google.
Der Preis ist für viele Firmen ein heikles Thema. Wenn Sie ihn nicht genau nennen können, reicht „ab 25.000 CZK“ oder „ein typischer Auftrag kostet 40 bis 80 Tausend“. Ein Besucher ohne Vorstellung vom Preis schreibt oft gar nicht, weil er befürchtet, mit Verkaufsangeboten überschüttet zu werden.
6. Antwort innerhalb einer Stunde
Eine Anfrage über die Website verliert schnell an Wert. In einer 2011 im Harvard Business Review veröffentlichten Studie schickten die Autoren eine Testanfrage an 2.241 US-Unternehmen. 23 % davon antworteten überhaupt nicht.
Im selben Artikel berichten die Autoren, dass Firmen, die sich innerhalb einer Stunde meldeten, fast siebenmal so häufig den Lead qualifizieren konnten (also ein sinnvolles Gespräch mit einem Entscheider führten) wie Firmen, die nur eine Stunde später antworteten. Im Vergleich zu Firmen, die 24 Stunden oder länger warteten, war die Chance etwa sechzigmal höher.
In der Zwischenzeit hat der Kunde meist auch der Konkurrenz geschrieben. Wer zuerst antwortet, ist im Vorteil.
Vorher: Anfragen gehen an info@firma.cz, das einmal am Tag jemand prüft. Die Antwort kommt am nächsten Nachmittag.
Nachher: Jede Anfrage kommt sofort als Benachrichtigung aufs Handy des Verkäufers. Der Kunde erhält gleich eine automatische E-Mail, wer sich wann bei ihm meldet. In der mobilen Version gibt es einen Button „Anrufen“, sodass Eilige direkt anrufen können.
7. Messung
Ohne Messung raten Sie nur, warum die Website nicht verkauft. Eine Webanalyse (zum Beispiel Google Analytics 4) mit eingerichteten Zielen zeigt, woher die Besucher kommen, auf welchen Seiten sie abspringen und wie viele das Formular absenden oder auf die Telefonnummer tippen.
Typische Ziele sind ein abgesendetes Formular, ein Tipp auf die Telefonnummer, ein Klick auf die E-Mail-Adresse oder eine abgeschlossene Bestellung. Wenn Sie wissen, dass 800 Menschen über eine Anzeige kamen und 4 eine Anfrage schickten, wissen Sie, wo Sie anfangen müssen.
Vorher: Die Analyse zeigt nur die Zahl der Besuche. Niemand weiß, wie viele Anfragen über die Website kamen und wie viele über andere Wege.
Nachher: Formularversand und Tipp auf die Telefonnummer werden als Conversions gemessen. Man sieht, dass Google Ads Anfragen für 350 CZK bringen und Social-Media-Anzeigen keine, also fließt das Budget dorthin, wo es wirkt.
Achten Sie auf Cookies: Tracking-Skripte dürfen erst nach der Einwilligung des Besuchers laufen. Mehr dazu im Artikel Website-Check 2026.
8. Mobile zuerst
Auf vielen Websites kommt heute der Großteil der Besuche vom Handy. Wie viele es bei Ihnen sind, zeigt die Analyse. Trotzdem wird die Website oft am großen Bildschirm entworfen, und die mobile Version entsteht zuletzt.
Auf dem Handy zählen Details. Der Hauptbutton gehört dorthin, wo der Daumen hinreicht, also an den unteren Bildschirmrand, und er muss groß genug zum bequemen Tippen sein. Das Formular sollte zwei bis drei Felder haben: Name, Telefon oder E-Mail und eine kurze Nachricht. Jedes weitere Feld (Adresse, Firmennummer, „Wie haben Sie von uns erfahren?“) ist ein Grund, das Formular abzubrechen.
Vorher: Ein Formular mit acht Pflichtfeldern, darunter ein kleiner Button „Senden“ und die Telefonnummer als normaler Text, auf den man nicht tippen kann.
Nachher: Drei Felder, ein großer Button „Anfrage senden“ und eine fest am unteren Bildschirmrand sichtbare Leiste mit den Buttons „Anrufen“ und „Schreiben“.
Probieren Sie es selbst: Nehmen Sie Ihr Handy, öffnen Sie Ihre Website über mobile Daten und versuchen Sie, mit einer Hand eine Anfrage zu senden.
Zusammenfassung
- Innerhalb von 5 Sekunden ist klar, was Sie machen, für wen und zu welchem Preis.
- Die Website lädt auf dem Handy in unter 3 Sekunden.
- Jede Seite hat einen Hauptbutton.
- Jede Hauptleistung hat eine eigene Seite.
- Bewertungen, Preise oder Ab-Preise und echte Fotos schaffen Vertrauen.
- Sie beantworten Anfragen innerhalb einer Stunde.
- Sie messen, woher die Besucher kommen und wo sie abspringen.
- Auf dem Handy liegt der Button unter dem Daumen, und das Formular hat 2 bis 3 Felder.
Was Sie auf Ihrer Website zuerst ändern sollten, hängt davon ab, wo Sie die meisten Menschen verlieren. Die Analyse einer konkreten Website, die Reihenfolge der Änderungen und einen Plan für ein mögliches Redesign besprechen wir in der Beratung.